| Öl, Fett, Wachs, Harz und Kaugummi entfernen |
Bei der Entfernung von Flecken auf Ledern ist die richtige Identifizierung der Lederart wichtig. Durch eine falsche Reinigungsmethode kann ein Schaden schnell vergrößert werden. Wir unterscheiden folgende Lederarten bei der Fleckenentfernung:
Pigmentierte Glattleder: Pigmentierte Glattleder sind Leder mit einer Farbschicht auf der Oberfläche. Ein verriebener Tropfen Wasser zieht nicht ins Leder ein, sondern perlt ab. Pigmentierte Glattleder sind i. d. R. seidenmatt und haben eine narbige Oberfläche.
Anilinleder: Anilinleder sind offenporige Glattleder. Ein verriebener Tropfen Wasser zieht ein und dunkelt den angefeuchteten Bereich.
Rauleder: Rauleder haben eine velourartige Oberfläche. Nubukleder haben einen sehr feinen Flor. Velourleder haben einen stärkeren Flor; wie die Rückseite eines Leders.
PU-Leder: PU-Leder, auch Bycast Leder genannt, sind Spaltveloure, auf denen eine Polyurethanbeschichtung aufgetragen wurde, damit diese wie ein Glattleder aussehen. PU-Leder sind gut an ihrem Glanz und plastikartigem Griff erkennbar.
 pigmentiertes Glattleder |
 offenporiges Anilinleder |
 Nubukleder |
 Velourleder |
 PU-Leder |
Ölflecken und Fettflecken
Frische Öl- oder Fettflecken lassen sich häufig noch gut entfernen. Die Chancen sinken, wenn die Öle oder Fette schon alt sind, oder die Öle oder Flecken eingefärbt waren (bunte Lampenöle etc.) oder schon Reinigungsversuche mit anderen Mitteln gemacht wurden, die Ränder erzeugt haben.
Das Fettabsorber Fleckenspray ist ein lösungsmittelhaltiges Spray mit einem zugesetzten weißen Absorptionspulver. Das Lösungsmittel löst die Öle und Fette an, und das Absorptionspulver nimmt diese dann auf. Das Fettlöserspray ist für pigmentierte Glattleder, Anilinleder und Rauleder geeignet. Auch hier immer erst im verdeckten Bereich testen!
 eingezogener Ölfleck
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Wachsflecken
Insbesondere in der Weihnachtszeit kommt es zu Wachsflecken auf Ledern. Je nach Lederart ist es unterschiedlich schwer, diese zu entfernen. Offenporige Leder wie Anilinleder oder Rauleder sind schwieriger zu bearbeiten, weil das flüssige Wachs in das Leder einzieht. Farbige Wachse sind manchmal problematisch, weil die Farbstoffe das Leder verfärben können.
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Getrocknetes Wachs auf der Lederoberfläche: Wachstropfen, die nicht in das Leder eingezogen sind, werden wie folgt bearbeitet. Wachs wird härter, wenn es kalt ist. Je kälter ein nicht eingezogenes Wachs ist, desto leichter lässt es sich entfernen. Wenn man die Möglichkeit hat, sollte man eine Druckluftpistole zu Hilfe nehmen. Durch die Druckluft wird das Wachs kalt, und häufig platzt dann schon ein Großteil ab. Insbesondere bei Rauledern ist das eine große Hilfe. Bei Glattledern sollte man zusätzlich durch Rollen des Leders versuchen, Reststücke abplatzen zu lassen. Dabei die Druckluft zu Hilfe nehmen.
Wenn man keine Druckluft zur Verfügung hat, dann die Flecken mit Kühlelementen aus dem Tiefkühlfach (Trockentuch herum wickeln, um Kondenswasserflecken zu vermeiden) abkühlen und versuchen, das Wachs durch Aufsplittern und Abplatzen zu entfernen. Auch hier versuchen, durch Rollen des Leders ein Abplatzen zu erzwingen.
- Eingezogene Wachsflecken: Eingezogene Restflecken mit einem Fön kurz erwärmen und schmelzen und sofort Absorptionspulver (oder Kreidestaub oder Magnesiumpulver aus der Apotheke) in den Fleck reiben und abkühlen lassen. Das Absorptionspulver mit einem Staubsauger oder der Leder Bürste zwischenzeitlich entfernen. Solange wiederholen, bis die Flecken weg sind oder keine Verbesserung mehr zu erzielen ist.
Man kann nicht vorhersagen, ob der Fleck vollständig verschwindet. Insbesondere bei farbigen Wachsen können Restverfärbungen bleiben. Solche Flecken können – wenn überhaupt – nur durch Fachbetriebe entfernt werden. Meist ist eine farbliche Überdeckung nötig.
Bekleidung sollte bei eingezogenen Wachsflecken von einer Fachreinigung bearbeitet werden. Da sind die Chancen ganz gut, dass die Flecken restlos entfernt werden können.
Insbesondere in der Weihnachtszeit kommt es zu Wachsflecken auf Ledern. Je nach Lederart ist es unterschiedlich schwer, diese zu entfernen. Offenporige Leder wie Anilinleder oder Rauleder sind schwieriger zu bearbeiten, weil das flüssige Wachs in das Leder einzieht. Farbige Wachse sind manchmal problematisch, weil die Farbstoffe das Leder verfärben können.
 Nicht eingezogener Wachsfleck |
 In das Leder eingezogenes Wachs |
Harzflecken
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auf pigmentierten Glattledern:
Zuerst sollte man versuchen, klebrige Rückstände mit dem Aufkleben und Abziehen von Kreppband zu entfernen. Diese Methode ist unbelastend und die weitere Bearbeitung bei Erfolg leichter. Verkrusteter oder zum großen Teil schon abgeriebenes Harz wird sich so aber nicht weiter entfernen lassen. Die nächsten Versuche sind Terpentin und unser Leder Reinigungsbenzin. Terpentin ist erste Wahl. Beide Lösungsmittel aber immer zuerst im verdeckten Bereich auf Veränderungen prüfen und vorsichtig vorgehen. Manchmal reicht auch ein einfaches, durchsichtiges Radiergummi zum Entfernen der Flecken.
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Auf Anilinledern und Rauledern:
Harzflecken auf offenporigen Ledern ziehen ein. Zwar ist die Reinigung auch hier mit Terpentin oder alternativ mit Leder Reinigungsbenzin möglich, aber man sollte immer zuerst im verdeckten Bereich testen, ob sich die Farbe verändert oder andere Flecken entstehen. Häufig kommt nur ein Fachbetrieb in Frage, für den so eine Bearbeitung aber auch nicht einfach ist.
Kaugummi auf Leder
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auf pigmentierten Glattledern:
Kaugummi wird durch Abkühlung steif und fest und brüchig. Daher größere Rückstände auf pigmentierten Glattledern mit einem Kühlelement aus dem Eisfach stark abkühlen und versuchen zu entfernen. Restflecken können manchmal mit einem durchsichtigen Radiergummi entfernt werden.
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Auf Anilinledern und Rauledern:
Kaugummireste hinterlassen auf Anilinledern Flecken und verkleben den Flor von Rauledern. Auch bei diesen Lederarten größere Rückstände mit einem Kühlelement aus dem Eisfach abkühlen und zu entfernen versuchen. Restflecken können selbst Fachbetriebe nicht in allen Fällen entfernen.
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